Aktive Medienarbeit in der Gedenkstätte Ravensbrück
medi@ktiv ist eine Initiative des Waidak media e.V. zur Entwicklung und Realisierung medienpädagogischer Schulungen und Projektarbeiten in der Internationalen Jugendbegegnungs-stätte Ravensbrück.
medi@ktiv entwickelt multimediale Foren zur Auseinandersetzung mit den Erinnerungen der Überlebenden des Frauen-KZ Ravensbrück. Im Zusammenspiel aus aufgezeichneten Erinnerungen und medialen Möglichkeiten sollen individuelle und zeitgemäße Formen des Umgangs mit LebensGeschichten entstehen.
medi@aktiv-Projekte fördern sowohl den kritischen Blick auf Medien, als auch den kreativen, respektvollen Umgang mit den angebotenen Inhalten und Geschichten. Die Erlernung multimedialer Tools und die persönliche Aneignung von Zeit- bzw. LebensGeschichte, sollen einander inspirieren und fördern.


Vom Pilotprojekt zu medi@ktiv
Die Kooperation des Waidak media e.V. mit der Gedenkstätte Ravensbrück begann als Pilotprojekt im Jahr 2001: In der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Ravensbrück wurde ein digitaler Videoschnittplatz (AVID) installiert, auf dem Ausschnitte aus Interviews mit ehemaligen Häftlingen den BesucherInnen als Bausteine ihrer eigenen medialen Arbeiten zur Verfügung gestellt wurden.


Transformation der Arbeit mit LebensGeschichte(n)

Der kreative und verantwortliche mediale Umgang mit Erinnerungen und LebensGeschichte(n) ist eine ebenso notwendige wie zwangsläufige Entwicklung. Für die bisherige Jugend- und Gedenkstättenarbeit standen Zeitzeuginnen zur Verfügung, die von ihren Erfahrungen und Erlebnissen berichten konnten. Durch sie wurde ein direkter Bezug zur damaligen Zeit und zum Gelände des Lagers hergestellt. Bald bleiben nur noch die festgehaltenen Erinnerungsberichte.


Die Filmemacherin Loretta Walz hat im Laufe von 25 Jahren ein einzigartiges Archiv von über 200 lebensgeschichtlichen Videointerviews mit ehemaligen Häftlingen des Frauen-KZ Ravensbrück aus West- und Osteuropa aufgebaut. Dieser Schatz lebendiger Erinnerungen sowie dessen Aufbereitung für die mediale Arbeit vor Ort, bildet einen der Eckpfeiler von medi@ktiv.


Perspektiven der medialen Jugendarbeit
Aufbauend auf dem o.g. Pilotprojekt startete Waidak Media e.V. – wiederum in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Ravensbrück – im Jahr 2005 die Initiative medi@aktiv, um entsprechende Konzepte und Arbeitsmöglichkeiten zu entwickeln.


Die Schwerpunkte unserer Arbeit:
Die Bestückung des digitalen Videoschnittplatzes mit weiteren Themenfeldern und biographischen Materialien aus der Sammlung von L. Walz, damit diese den BesucherInnen für eigene Filme u.a. Medienprojekte zur Verfügung stehen können.
Die Erarbeitung einer Stichwort- und Personenbasierten Datenbank, um eine für die Besucher und MitarbeiterInnen handhabbare Struktur in die umfassende Interviewsammlung zu bringen, damit diese in zeitgemäßer, d.h. multimedialer Form erfahr- und nutzbar wird.
Die Durchführung von Workshops für MitarbeiterInnen, MultiplikatoreInnen und BesucherInnen der Gedenkstätte zur Produktion von On- und Off-Line Medien sowie zur Arbeit mit digitalen Videoschnittprogrammen.
Gemeinsam mit den pädagogischen MitarbeiterInnen werden wir neue mediale Projekte und Präsentationsformen zur Arbeit vor Ort und zu deren Dokumentation entwickeln. Dies kann z.B. die Aufbereitung von Ausstellungen oder die Organisation von mehrtägigen Workcamps betreffen. Für die Entwicklung solcher Projekte werden wir uns um die Beantragung der notwendigen finanziellen und technischen Mittel kümmern.
Geplant ist die Kontaktaufnahme zu Schulen und Jugend-einrichtungen in Brandenburg, Berlin und in den Europäischen Nachbarländern, um weitere Schüler- und Jugendgruppen für die Medienarbeit in der Gedenkstätte zu gewinnen.
Die Arbeitsergebnisse, Konzepte und Erfahrungen sollen in Fachkreisen präsentiert werden, um z.B. deren Übertragbarkeit auf andere Gedenkstätten zu diskutieren, sowie eine Vernetzung auf dieser Ebene zu erreichen. Ziel ist ein Arbeitskreis für GedenkstättenmitarbeiterInnen zum Thema „Aktive Medienarbeit in Gedenkstätten".



Aktive Jugend-Medienarbeit vor Ort
Die vorwiegende Zielgruppe von medi@ktiv sind Gruppen oder Einzelne, die während eines mehrtägigen Aufenthalts in der Gedenkstätte ein mediales Arbeitsergebnis erstellen wollen. Zur inhaltlichen Vorarbeit werden über die Internetseite der Gedenkstätte Materialien zum downloaden bereit gestellt.
Neben der Nutzung der Interviews, dem Videoschnittplatz sowie weiterer multimediafähiger Computer, können auch im Archiv, in den Ausstellungen, bzw. auf dem Gelände und in der Umgebung der Gedenkstätte zusätzliche Informationen recherchiert und in die Arbeit integriert werden.
Eigenes Foto/Video- oder Tonmaterial kann in digitaler oder analoger Form am Avid Xpress DV für das geplante Video u.a. mediale Plattformen – z.B. Internetseiten oder CD-Rom/DVD – verwendet werden.
Vernetzte Computer ermöglichen die Arbeitsteilung und die Erfahrung von Gruppenarbeit. Am Ende eines Workshops können die Arbeitsergebnisse auf Video, Audiotape, CD-Rom oder DVD ausgespielt und somit zur Diskussion oder weiterer Bearbeitung mitgenommen werden.
Eine Einführung in das Schnittprogramm sowie die Betreuung der Gruppenarbeit ist unbedingt erforderlich. Dabei kommt das Schnittprogramm (AVID Xpress DV) mit seiner benutzerfreundlichen Oberfläche der schnellen Einarbeitung sehr entgegen. Erforderlich sind lediglich Vorkenntnisse im Umgang mit den gängigen Computerprogrammen.


LebensGeschichte, multimedial: Ein Beispiel
Aus einem lebensgeschichtlichen Interview von Loretta Walz hat Waidak Media e.V. eine CD-ROM über Elisabeth Jäger – österreichische Widerstandskämpferin und Häftling in Ravensbrück – produziert.
Die Grundlage der CD-ROM Widerstand + Solidarität bilden Fragen von SchülerInnen bei diversen Begegnungen mit ihr. Lisl Jägers Antworten wurden ergänzt durch Ausschnitte aus dem lebensgeschichtlichen Interview. Bei der Realisierung der CD haben wir besonderes Augenmerk auf die jugendgerechte Umsetzung gelegt – und damit den Grundstein einer Sammlung von interaktiven biografischen Medienprojekten gelegt, die u.a. für die Arbeit in der Jugendbegegnungsstätte entstehen wird.


medi@aktiv wird seine ersten internen und öffentlichen Angebote ab Herbst 2005 in der Jugendbegegnungsstätte Ravensbrück durchführen.


Eine erste medi@aktiv Produktion ist bereits in Zusammenarbeit mit dem Jugendmedienverband Mecklenburg-Vorpommern entstanden: der Video, bzw. die DVD Ich hab noch nie soviel Schmerz und Lebensfreude gleichzeitig erlebt... - eine Kurzdokumentation des Ravensbrücker Generationenforums 2005.


MitarbeiterInnen von medi@aktiv / Waidak Media e.V.:
Loretta Walz
Regisseurin, Autorin, Dozentin für Filmproduktion und -gestaltung und Begründerin der Sammlung lebensgeschichtlicher Videointerviews mit ehemaligen Häftlingen des Frauen-KZ Ravensbrück; Gründungsmitglied des Waidak Media e.V.
Karin Redlich
Medienpädagogin, Gründungsmitglied des Waidak Media e.V., hat zahlreiche Medienprojekte u.a. mit Jugendlichen durchgeführt. Durch ihre Zusammenarbeit mit Loretta Walz ist sie im besonderen vertraut mit der Interviewsammlung und hat vielseitige Erfahrungen in der medialen Aufarbeitung dieser Interviews für pädagogische Zwecke.
Knut Gerwers
Medienkünstler, Webdesigner und Autor, hat u.a. für das Goethe-Institut div. Medienprojekte initiiert; hat einen Lehrauftrag für Multimedia an der Freien Universität Berlin. Er ist Gründungsmitglied des Waidak Media e.V.


KONTAKT
medi@aktiv / Waidak Media e.V.
Vereinssitz: Manfred-von-Richthofenstr. 105 | 12101 Berlin
fon: 030 - 618 49 94 | info@waidak.de | www.waidak.de

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