| Projektleitung:
Karin
Redlich
Workshop: Karin
Redlich & Knut
Gerwers
Original-Interviews: Loretta
Walz
Videoschnitt : Knut
Gerwers
Video/DVD - 18 min; 2006 [Fotos
/ Screenshots]
Produktion: Waidak
Media e.V.
Finanziert
vom Besucherdienst des Deutschen Bundestag
Ein
Video, das im Rahmen der Internationalen Jugendbegegnung des Deutschen
Bundestages vom 22. - 27. Jan. 2006 in der Mahn- und Gedenkstätte
Ravensbrück entstand. Die Uraufführung fand zum Tag des Gedenkens
an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Jan. 2006 im Deutschen Bundestag
statt. Daran schloss sich eine Diskussion der Projektteilnehmer mit dem
Präsidenten des Deutschen Bundestags an.
An
der Jugendbegegnung, die sich im Jahr 2006 dem Thema „Täter”
widmete, nahmen Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich und Polen teil.
Mit einigen von ihnen produzierten wir während der Tage in Ravensbrück
diesen Film, der sich mit der speziellen Rolle der Aufseherinnen im ehem.
Frauen-KZ Ravensbrück befasst. Eine der Kernfragen bildete sich sofort
heraus und gab dem Film auch seinen Titel: Worin - wenn vorhanden - bestand
der Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Aufsehern?
Der Film setzt sich aus verschiedenen
Elementen zusammen: Zum einen interviewten die Jugendlichen der Filmgruppe
andere Teilnehmer zum Thema - sie stellen Fragen wie: Woran charakterisierst
du einen Täter? Gibt es für dich einen Unterschied zwischen
den weiblichen und männlichen Tätern? usw.
Außerdem hatten wir eine Auswahl aus einigen lebensgeschichtlichen
Interviews zum Thema mit ehem. Häftlingen des KZ Ravensbrück
aus der Sammlung von Loretta Walz bereit gestellt, sowie ein Interview
mit Margarete Barthel, der einzigen ehem. Aufseherin
des Frauen-KZs, die sich bisher für ein Interview zur Verfügung
gestellt hat. Es ist vor allem der Kontrast dieser Interviews, der diesem
Film seine Spannung verleiht. Wenn die ehem. Häftlingsfrauen von
den grausamen Überlebensbedingungen sprechen, der ungeheueren Stärke
und auch des Glücks oder Schicksals, die es braucht, um zu überleben,
stehen im Gegensatz dazu die hoch ambivalenten Erinnerungen von Margarete
Barthel. Nach ihren eigenen Worten wurde sie zur Arbeit in Ravensbrück
dienstverpflichtet. Sie erzählt was sie gehört und gesehen hat,
was sie angeblich gewusst und nicht gewusst hat. Wie z.B. die Flammen
hoch aus dem Kamin des Krematoriums schlugen, während ihr ein Vorgesetzter
erzählt haben soll, dort würden lediglich Akten verbrannt. Dem
gegenüber steht u.a. eine der eindringlichsten Interview-Sequenzen
mit der ehem. Häftlingsfrau Charlotte Kroll, die von einer überraschenden
Begegnung mit einer ehem. Aufseherin auf offener Straße erzählt,
von ihrer schier unbezähmbaren Wut, ihrem Wunsch sich an dieser früheren
Peinigerin zu rächen.
Neben
Dr. Insa Eschebach, der Leiterin der Gedenkstätte,
haben wir für diesen Film auch erstmals Waltraut Teichmann,
eine ehem. Mitarbeiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
interviewt. Sie erzählt von ihrer Begegnung mit Margarete Barthel,
als diese die Gedenkstätte zum ersten Mal wieder besuchte - gemeinsam
mit ihren Enkeln, als sie Urlaub in der Umgebung machte.
Zusätzlich zu diesen Interviews
enthält der Film zahlreiche Fotos und Dokumente aus der zeitgleich
präsentierten Ausstellung „Im Gefolge der SS - Aufseherinnen
im Frauen-KZ Ravensbrück”, sowie Fotos aus dem so genannten
„SS-Album”. Dies war eine Art fotografischer Werbekatalog
des NS-Regimes, für den eine Vielzahl extrem geschönter Aufnahmen
im KZ-Ravensbrück gemacht wurden. Mit dem „SS-Album sollten
u.a. Arbeitskräfte für das KZ angeworben werden.
Außerdem wurde die Arbeit der Filmgruppe während der Jugendbegegnung
durch die Montage div. fotografischer Momentaufnahmen dokumentiert.
Am 27. Jan. 2006, zum Tag des
Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wurde der erste Teil des
Videos anlässlich der Diskussion der Projektteilnehmer mit Norbert
Lammert, dem Präsidenten des Deutschen Bundestages und Ernst Cramer,
dem Hauptredner der Gedenkstunde, im Deutschen Bundestag vorgeführt
und parallel auf PHÖNIX ausgestrahlt.
Die Frage nach dem Unterschied enthält Ausschnitte aus Interviews
mit den ehemaligen Häftlingen Charlotte Kroll, Irma
Trksak und Esther Bejarano - sowie mit der ehem.
Aufseherin Margarete Barthel. Sie stammen aus der Sammlung lebensgeschichtlicher
Interviews von Loretta
Walz.
Mitwirkende
Teilnehmer/Jugendliche:
Bianka Assmann / Maik Zerahn / Aude Racine / Nadine Lohmele /
Mira Blickle / Jonas Neuman / Julia Härtel / Magdalena Rogalinska
Eine
medi@ktiv
Produktion des Waidak media e.V.
Der Film / die DVD kann über den Besucherdienst des Deutschen Bundestags
erworben werden.
Das Projekt wurde finanziert vom Besucherdienst des Deutschen
Bundestag:
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