„Ich hab mir immer gedacht, ich muss hier wieder rauskommen...”
- Hass + Überleben -

Projektleitung: Karin Redlich
Workshop: Karin Redlich & Knut Gerwers

zusätzliche Interviews:
Loretta Walz
Videoschnitt: Knut Gerwers

Video/DVD - 38 min.; 2006 [Fotos / Screenshots]

Produktion: Waidak Media e.V.
Finanziert von der Dr. Hildegard Hansche Stiftung und durch eine Spende des Freundeskreis von Frau Lumpp - mit Unterstützung der Mahn- und Gedenkstätte und der Jugendbegegnungsstätte Ravensbrück.


Ausschnitt aus dem Film "Ich hab mir immer gedacht..."
- 7:30
(quicktime)


Ein Video, dass anlässlich des Generationenforum 2006 in der Jugendbegegnungsstätte Ravensbrück unter Mitwirkung einiger Teilnehmer entstanden ist.

Hass und Überleben - diese Begriffe bilden das thematische Zentrum des Films, dessen Herzstück eine Vielzahl von Interviews mit überlebenden Häftlingen des Frauen-KZ Ravensbrück bildet. Ein Großteil davon stammt aus der Sammlung lebensgeschichtlicher Interviews aus der Sammlung von Loretta Walz, andere wurden von den Jugendlichen selbst vor Ort mit den anwesenden ehem. Häftlingsfrauen Agnes Bartha, Lisl Jäger und Batsheva Dagan geführt. Hierbei interessierte die Jugendlichen vor allem, wie sich die Gefühle von Hass und Rache - sofern vorhanden - im Laufe der Zeit verändert haben. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein offener Brief von Batsheva Dagan, den sie kurz nach ihrer Befreiung an die Aufseherin Irma Grese geschrieben hatte und der damals in zahlreichen internationalen Zeitungen abgedruckt wurde. Hierin forderte sie noch eine Bestrafung nach dem Auge-für-Auge, Zahn-um-Zahn Prinzip. Sie wünschte, dass Grese ebenso erniedrigt, gedemütigt und geschlagen würde, wie sie es mit den Häftlingen getan hatte. Gut 60 Jahre später, im Interview mit den Jugendlichen wird klar, wie fern ihr diese Haltung mittlerweile ist. Dagan erzählt von ihren eigenen Erkenntnisprozessen - „...wie leicht es ist Hass und Rache einzuprägen und so schwer Liebe und Respekt für den Anderen."
Die Vielzahl der Interviews und Stimmen zeigt die ganze Bandbreite der Gefühle und Einstellungen zu diesem Thema - von noch immer gärender Wut über die intellektuelle Durchdringung der Prozesse, die das nazistische System in Gang hielten, bis zu einer Haltung des Vergebens - doch niemals des Vergessens.

Zwischen die Interviewteile mit den ehem. Häftlingen wurden Interviews der Jugendlichen mit den anderen Teilnehmern des Generationenforums zum Thema einmontiert. Sie fragten z.B. nach eigenen Erfahrungen mit Hass oder dem Wunsch Rache zu üben - aber auch ob sie verstehen könnten, wenn ehem. Häftlinge des KZ sich rächen wollten, ob sie die Todesstrafe in Anbetracht der hier begangenen Verbrechen für eine angemessene Strafe halten usw.

Der Film dokumentiert ausserdem die Arbeit der Filmgruppe: ihre Erkundungen der Gedenkstätte, die Material-Recherche, die Begenungen mit den Zeitzeuginnen und die Erstellung des Film-Konzepts. Ausserdem sind zahlreiche historische Fotos und Dokumente zum Thema eingefügt - u.a. aus der Ausstellung „Im Gefolge der SS - Aufseherinnen im Frauen-KZ Ravensbrück", die in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück präsentiert wurde. In Kürze dokumentiert werden auch der Werdegang von Irma Grese u.a. Aufseherinnen bis zu ihren Prozessen vor verschiedenen Militär-Tribunalen.


Die Interview-Ausschnitte mit den ehemaligen Häftlingen Charlotte Kroll, Irma Trksak, Esther Bejarano, Lieselotte Thumser-Weil, Rita Sprengel, Annette Pauporté-Eekman und Isa Vermehren stammen aus der Sammlung lebensgeschichtlicher Interviews von Loretta Walz
.

Mitwirkende Teilnehmer:
Astrid Schomäcker / Michel Jantke / Franziska Schatz / Lea-Rosa Lambeck / Tobias Volmar / Valeska Dorow / Mirko Wetzel / Gerd Rademacher

Unser Dank gilt der Jugendbegegnungsstätte Ravensbrück für die Kooperation und den Geldgebern (s.u.) für die Co-Finanzierung dieses Projekts.

Eine medi@ktiv Produktion des Waidak media e.V.

Zur Lebensgeschichte der für diesen Film ebenfalls interviewten ehem. Häftlingsfrau Lisl Jäger, hat Waidak media e.V. bereits ein CD-ROM Projekt realisiert - weitere Infos dazu finden Sie hier.


Die CD-ROM kann über den Waidak Media e.V. erworben werden - Kosten nach Absprache, bzw. Verwendungszweck.

Das Projekt wurde finanziert von der Dr. Hildegard Hansche Stiftung
sowie durch eine Spende des Freundeskreis von Frau Lumpp.

Dr. Hildegard Hansche Stiftung
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