durch die Hölle gegangen
- Frauen im Konzentrationslager Sachsenhausen -

Projektleitung: Karin Redlich
Workshop: Karin Redlich & Loretta Walz
Original-Interviews mit ehem. Häftlingen: Loretta Walz
Fotos & Videoschnitt: Knut Gerwers

Video/DVD [34 min.]; 2005/2006 [Fotos / Standbilder]

Produktion: Waidak Media e.V.
im Auftrag der Gedenkstätte Sachsenhausen


Ausschnitt aus dem Film "durch die Hölle gegangen"
- 4:10
(quicktime)


Ein Film, den wir gemeinsam mit Schülern der 12ten Jahrgangsstufe des Rungegymnasiums in Oranienburg realisiert haben - anlässlich zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, an dem er seine Uraufführung in der Gedenkstätte des ehem. Konzentrationslagers Sachsenhausen erfuhr.

In mehreren Workshop-Einheiten wurden die Schüler gemeinsam mit ihrer Lehrerin von Loretta Walz und Karin Redlich mit der Geschichte des Konzentrationslagers Sachsenhausen und des Frauen-KZ Ravensbrück vertraut gemacht - insbesondere mit der Situation der weiblichen Häftlinge, auf die sich dieser Film konzentriert.

Die Schüler konzentrierten sich auf die Geschichten dreier weiblicher Häftlinge, deren Lebenswege sie ausgiebig recherchierten und zu denen ihnen Loretta Walz ausgiebiges Video-Material aus ihrer Sammlung lebensgeschichtlicher Interviews zur Verfügung stellte.
Der Film begleitet sie filmisch und in vielen fotografisch festgehaltenen Momentaufnahmen auf ihren Recherchen und Exkursionen, lässt die Schüler selbst die aufgespürten Geschichten erzählen und somit den Zuschauer an ihren Erfahrungen teilnehmen.

Erzählt wird u.a. die Geschichte von Rosa Broghammer und ihrem Geliebten Marcel Sebbah, den sie kennenlernte, als er als französischer Kriegsgefangener Zwangsarbeit leisten musste. Wenige Monate nach der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes wurden beide verhaftet. Beide kamen in den Konzentrationslagern zu Tode.
Gertrud Pötzinger wurde mit 19 Jahren wegen ihrer Mitgliedschaft bei den Zeugen Jehovas nach Sachsenhausen deportiert. Nachdem sie zunächst schwerste körperliche Arbeiten leisten musste, kam sie als Haushaltshilfe in das Haus des Obersturmbandführers Helmuth Kiener. In verschiedenen Interviewteilen erzählt sie von ihren oftmals demütigenden Erfahrungen aber auch von ihren ganz eigenen, sich aus ihrem Glauben speisenden Strategien, diese Zeit zu überleben, ohne von ihr gebrochen zu werden. Auch die Geschichte eines Wiedersehens kommt zur Sprache: Jahrzehnte nach ihrer Befreiung kam es zu einem Wiedersehen mit einem der Kinder Helmuth Kieners, um das sie sich in ihrer Zeit als Kindermädchen fürsorglich gekümmert hatte.
Ein Schwerpunkt des Films widmet sich der Geschichte der Russin Tamara Ischtschenko, die als 16-Jährige zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt wurde, wo sie schliesslich in Velten, einem Außenlager des Frauen-KZ Ravensbrück landete. In ihrem Interview schildert Tamara Ischtschenko die unwürdigen Verhältnisse unter denen die Frauen zu überleben versuchten, bis zur Zeit, als sie mit den anderen Häftlingen auf den „Todesmarsch" getrieben wurden. Dabei gelang ihr gemeinsam mit anderen jungen Frauen die Flucht. Sie kamen bis nach Sommerfeld, wo T. Ischtschenko von Frieda Mierke aufgenommen wurde und bis zum Kriegsende geschützt überleben konnte. Die Schüler machten sich auf nach Sommerfeld, um die Zeitzeugin Charlotte Wendicke zu interviewen, die diese Geschehnisse als 12-Jährige miterlebte und auch Tamara Ischtschenko später wieder traf.

Angereichert mit zum Teil sehr seltenen historischen Fotos- und Archivmaterial, verbindet der Film diese Geschichten auf einfühlsame Weise und spricht sowohl von den besonderen Härten, denen weibliche Häftlinge ausgesetzt waren und zeugt zugleich von ihrem ungeheueren Lebenswillen, von ihren eindrücklichen Charakteren.


Folgende Schüler haben an dem Film mitgewirkt:
Lisa Erdmann / Juliane Graf / Hans-Georg Beyer / Hilger Brodzik / Astrid Drabnitzke / Franziska Dowall / Julia Bräunig / Sophie Nix / Monika Pauli / Janina Sandoval-Saldias / Matthias Bartz
sowie ihre Lehrerin Antje Zierer.

Unserer besonderer Dank für die pädagogische Mitarbeit gilt Stefanie Bohra und Wolfgang Titz von der Gedenkstätte Sachsenhausen.

Die CD-ROM kann über den Waidak Media e.V. erworben werden - Kosten nach Absprache, bzw. Verwendungszweck.

Das Projekt wurde finanziert von der Gedenkstätte Sachsenhausen:

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
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