Leben nach dem Überleben - Regina & Zwi Helmut Steinitz  

Projektleitung & Medienpädagogik: Karin Redlich
Schnitt / Kamera / Fotos: Knut Gerwers
Video/DVD - 90 min; 2010/2011 [Fotos / Screenshots]

Produktion: Waidak Media e.V.
Finanziert von: Leo Baeck Stiftung, Deutsches Jugendherbergswerk Berlin-Brandenburg, Bildungsverbund für die int. Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen e.V., Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, Berliner Volksbank, Landkreis Oberhavel, Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft, Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum

Der Film erhielt im Oktober 2011 den mit 10.000 Euro dotierten "Zaster-Master" Preis der Berliner Volksbank, sowie im April 2012 den mit 3000 Euro dotierten "Oranienburger Toleranzpreis".

Filmbeschreibung & Credits - (pdf-datei).
Gesammelte Presse zum Film & seinen Auszeichnungen

Der Film Leben nach dem Überleben zeichnet ein eindringliches Porträt von Regina und Zwi Helmut Steinitz, zwei Überlebende des Holocaust - und zeigt vor allem, das sie viel mehr sind, als „nur“ Überlebende.

Die beiden Protagonisten des Films / Standbild

Basierend auf lebensgeschichtlichen Interview, die Schüler des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums mit ihnen führten, wird deutlich wie sehr ihre Leidenszeit während der Naziherrschaft ihr Leben geprägt hat. Der Fokus des Films richtet sich jedoch vor allem auf ihr Leben nach der Befreiung, auf die Gründung ihrer eigenen Familie, auf die Rückeroberung ihrer beinahe ausgelöschten Leben im neu entstehenden Staat Israel.

Schon im Jahr 2009 wurde Zwi Steinitz von Schülern des GMOSZ für ein Filmprojekt des Waidak Media e.V. interviewt. Als er im Frühjahr 2010 gemeinsam mit seiner Frau Regina nach Deutschland kam, wurde der erste Teil der lebensgeschichtlichen Interviews für diesen Film gedreht. Diese konzentrierten sich hauptsächlich auf die Kindheit und Jugend der beiden zu Zeiten ihrer Verfolgung durch das NS-Regime und ihre anschließende Emigration nach Israel.
Von Beginn an war die Arbeit von beidseitiger Neugier und Sympathie geprägt und so war sich das Filmteam schnell einig, dass man unbedingt auch den „Rest“ der Geschichte erzählen muss, dass sie diese sogar noch mehr interessiert. Denn nicht zuletzt trieb sie die Frage um: Wie überlebt man all das und bleibt so freundlich, so sehr dem Leben zugewandt?

Die Filmgruppe in der Altstadt von Jerusalem

Um sich auch diese Geschichte(n) erzählen zu lassen und um einen eigenen Eindruck von der Heimat ihrer Protagonisten zu bekommen, flog der Kern der Filmgruppe im Sommer 2010 nach Israel. Jerusalem, Tel Aviv, der ehemalige Kibbuz der Familie Steinitz, Masada, das jüdische, das arabische, das touristische Leben, all das wurde vom Team aufgesogen und eingefangen und wurde ebenso Teil des Films. Der wichtigste Punkt des Besuchs war natürlich die Fortsetzung der Interviews mit Zwi und Regina. Das auch ihr Sohn Ami sich zu einem Interview bereit erklärte, verschafft dem Film eine weitere spannende Perspektive aus der Sicht der zweiten Generation.

So spannt der Film einen weiten Bogen, beginnend mit den Kindheiten in Berlin und Polen. Wie Regina inmitten des Berliner Naziterrors in einem jüdischen Kinderheim und bei Pflegeeltern überlebte, wie Zwi seine gesamte Familie verlor und eine grauenhafte Odyssee durch mehrere Konzentrationslager überlebte. Er erzählt ihrer beider Überfahrt in ihre neue Heimat, die schwierigen Bedingungen, unter denen sie sich in einer ganz anderen Kultur zurechtfinden mussten, die langen, schmerzhaften Nachwehen ihrer Verluste - aber auch vom Optimismus, vom Willen, sich ein neues Leben zu schaffen. Und nicht zuletzt erzählt „Leben nach dem Überleben“ eine berührende Liebesgeschichte, beginnend mit den ersten Begegnungen im Kibbuz, der baldigen Hochzeit, dem Glück, eine eigene, neue Familie entstehen zu sehen.

Regina & Zwi Steinitz 1988; Archivfoto/Standbild

Ein wichtiges Kapitel widmet der Film auch der Frage, wie die Überlebenden ihre Geschichten an ihre eigenen Kinder weitergegeben haben. Was wurde erzählt? Was wurde verschwiegen? Wie bewältigte man seine eigenen Traumata um sie nicht an die Kinder weiterzugeben? Sicherlich einer der spannendsten Filmteile, da er von den Eltern und dem Sohn aus ganz unterschiedlichen Perspektiven geschildert wird.
Darüber hinaus spannt der Film seinen Bogen dabei bis in die Jetztzeit, wenn alle Beteiligten des Films, das Ehepaar Steinitz, ihr Sohn Ami und die Schüler ihre Gedanken und Einschätzungen zur Lage und Zukunft Israels preisgeben. So zeigt der Film auch die ganze Komplexität der Hoffnungen, Befürchtungen und Bemühungen auf - die letztlich alle auf den einen Wunsch zielen: endlich den Frieden zu erleben.
Für die Verkörperung dieses Wunsches und die aktive, konstruktive Erinnerungs- und Aussöhnungsarbeit in Deutschland UND Israel, hätten die Schüler wohl kaum eine engagiertere und sympathischere Familie finden können als die von Regina und Zwi Helmut Steinitz.

Die Filmgruppe während der Dreharbeiten auf Tuchfühlung mit Soldaten in Jerusalem

Leben nach dem Überleben - Regina & Zwi Helmut Steinitz“ feierte seine Premiere am. 25. März 2011 im Kreistagssaal in Oranienburg - in Anwesenheit der beiden Protagonisten Regina und Zwi Helmut Steinitz.
Am 25. Oktober 2011 erhielt der Film den mit 10.000 Euro dotierten „Zaster-Master“-Preis der Berliner Volksbank. Das Preisgeld ging an den Förderverein des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums, mit dem wir gemeinsam diesen Film produziert haben.


Das Filmteam während der Dreharbeiten in Israel

 

Das Filmteam:
Fabian Blauert
Max Erdmann
Normen Klückmann
Kay Ladewig
David Peringer
David Werner
Eric Wiezorreck

Das Projekt wurde initiiert von Dieter Starke (Schulleiter des GMOSZ)
mit Unterstützung von Axel Knust

Medienpädagogische Leitung
Karin Redlich (Waidak Media e.V.)

Fotos, Kamera, Schnitt
Knut Gerwers (Waidak Media e.V.)

Eine Produktion des Waidak media e.V.
in Zusammenarbeit mit dem Georg-Mendheim Oberstufenzentrum- 2010 / 2011


Die DVD kann über den Waidak Media e.V. erworben werden - Kosten nach Absprache, bzw. Verwendungszweck.

Das Projekt wurde finanziert von: Leo Baeck Stiftung, Deutsches Jugendherbergswerk Berlin-Brandenburg, Bildungsverbund für die int. Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen e.V., Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, Berliner Volksbank, Landkreis Oberhavel, Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft, Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum.

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